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Handwerk 5.0 -. Zukunft geht nur gemeinsam!

Von Thorsten Bullerdiek* 

Wäre es möglich das der Maler vom Aldi, der Maurer vom Lidl, der Installateur von Penny und der Elektriker vom Rewe kommt? Unmöglich? Nein, wir werden es erleben!  Manch einer wird denken:  „Ja, das  wäre es schön, nicht mehr auf Handwerker warten und Preise wie beim Diskounter zu zahlen“.  Aber wollen wir wirklich dass das Handwerk immer mehr von Diskountern aufgefressen wird?

Mitten im Orkan und die Ruhe vor dem Sturm

Die Frage stellt sich für wen die Gefahr besteht. Während Bäcker und Metzger mitten im Zentrum des Orkans sind, können sich Maler, Maurer, Tischler und Elektriker noch glücklich schätzen dass die Diskounter den Markt zwar mit Ware für Heimwerker fluten, aber das klassische Geschäft der Dienstleistung noch in Ruhe lassen. Noch…!, Denn Baumärkte vermitteln ja schon Handwerker und warum sollten die Discounter dieses Geschäftsmodell liegen lassen . Es scheint wie die Ruhe vor dem Sturm. Die Parallelen zum inhabergeführtem kleinen Einzelhandel sind unverkennbar. Diese Unternehmen leiden  schon jetzt stark unter Diskountern und drohen zu verschwinden. Nur wenige finden  in Nischen ihr Auskommen, da sie meist preislich und logistisch kaum eine Chance haben. Ebenso geht es Bäckern und Metzgern. Seit Jahren werden die Preise kannibalisiert, mit der Folge dass die kleinen Betriebe einen langsamen Tod sterben. Das die  Qualität und der Geschmack der Produkte leiden, kommt zwangsläufig dazu. In anderen Zweigen des Handwerks  haben die vielen kleinen Stützen unseres Wirtschaftssystems im Moment  noch reichlich zu tun. Anders als im Handel in den Innenstädten**besteht dort noch kein starker Druck zur Veränderung. Dennoch die Gefahren lauern auch bei Malern, Tischlern, Elektrikern.  Immer da wo gutes Geld verdient wird, warten die Organisationsgenies der Diskounter, der Ketten und der Digitalisierer darauf erst mitzuverdienen und  später das Geschäft selbst zu machen.  

Volle Auftragsbücher und  keine Zeit für die Zukunft?

Über eine Million Handwerksbetriebe mit ca. 5,6 Millionen Beschäftigten und knapp 370.000 Auszubildenden setzen in Deutschland derzeit rund 640 Milliarden Euro* um. Das Handwerk boomt und hat solide und gute Aussichten. Volle Auftragsbücher signalisieren gute Aussichten auch in den kommenden Jahren. Haben diese Zweige zu  viel zu tun um sich um ihre eigene Zukunft zu kümmern?  Gerade jetzt, in guten Zeiten, ist es an der Zeit für die Zukunft vorzusorgen. Das Handwerk muss die Digitalisierung offensiv und regional gemeinsam in Angriff nehmen. Das digitale Aufmaß, ja ein wichtiger Schritt, die Webseite ebenso und so manch kleines Tool hilft bei der Auftragsbearbeitung, der Buchhaltung und vielem mehr. Aber es fehlt noch an vielen kleinen und großen Schritten um zukunftssicher zu werden.  Daher sollten sich alle Handwerksbetriebe auf den Weg machen. Die Zukunft kommt zwar von selbst, aber wer mitgestalten will muss dies früh genug tun.

Fünf Punkte für Gemeinsamkeit um erfolgreich in die Zukunft zu kommen:

  1. Gemeinsames Arbeiten mit Verbundpartnern. Handwerker mit Handwerker. Das klappt koordiniert schon recht gut in vielen Bereichen. Wer es noch nicht tut.. unbedingt anfangen!
  2. Gemeinsam werben. Eine Webseite allein macht im Internet wirklich nichts mehr her. Besser ist der Mix mit Anzeigen, gemeinsamen Webseiten und am besten einem gemeinsamen regionalen Portal. Am besten das regionale Handwerkerportal auf dem regionalen Marktplatz. Auch Zwischenschritte sind denkbar. Aber hier ist Potenzial.
  3. Gemeinsame Büros. Ein Handwerkerzentrum kann Synergien nutzen, Bürokräfte besser auslasten und Kapazitäten besser planen.
  4. Gemeinsame Konzepte mit denen Kunden ihr „Rund-um-sorglos-Paket“ bekommen können. Zuzdem kann gemeinsames Arbeiten mit den Kunden für beide Seiten ein Gewinn werden!
  5. Gemeinsam in die Zukunft!  Neben dem Tagesbetrieb muss auch der Plan für die Zukunft gemeistert werden.

#Handwerkfünfpunktnull #HandwerkderZukunft #Kommunaltweet #NSGB #Kommunen

*Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes in Hannover, Geschäftsführer des innovatorsclub NIEDERSACHSEN und des Zukunftsprojektes  Gemeinde 5.0

**Innenstadt 5.0: https://kommunal.de/Innenstadt-zukunft-vision und https://kommunaltweet.de

***Quelle: https://www.zdh.de/daten-fakten/betriebebeschaeftigteumsaetze/

Siehe auch: https://kommunal.de/handwerk-der-zukunft